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Erfolgreicher Abschluss der Pilotphase des peb-Projektes „gesunde kitas • starke kinder“

Am 25. Juni 2009 wurde die Pilotphase des Projektes „gesunde kitas • starke kinder“ mit der Abschlusskonferenz in Berlin beendet. Im Zentrum der Abschlusskonferenz standen die Ergebnisse der unabhängigen wissenschaftlichen Evaluation. 

In seinem stellvertretend von der peb-Geschäftsführerin, Dr. Andrea Lambeck, vorgetragenen Grußwort, hob der peb-Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. Aloys Berg, insbesondere den salutogenetischen Ansatz des Projektes hervor. Demzufolge liege das Augenmerk nicht auf Krankheiten und Defiziten sondern auf der Förderung der Gesundheit erhaltenden Faktoren. Weiterhin dankte er allen denjenigen, die das peb-Projekt entwickelt, begleitet und unterstützt hätten.
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ursula Heinen-Esser, wurde kurzfristig durch Andrea Pahne vertreten, die die Rolle von peb als Brücke zwischen staatlichem und zivilgesellschaftlichem Engagement zur Übergewichtsprävention in den Mittelpunkt ihres Grußwortes stellte.
Für die Lebensmittelwirtschaft betonte Susanne Langguth vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL) in ihrem Grußwort die Funktion von peb als Austauschforum zwischen Wissenschaft und Praxis, um nachhaltig wirkenden Ansätze der Gesundheitsförderung in der Breite zum Durchbruch zu verhelfen.
Ministerialrat Josef Huber vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Josef Huber, bezeichnete den primärpräventiven Ansatz von „gesunde kitas • starke kinder“ als Investition in die Volksgesundheit und sicherte peb weiterhin die volle Unterstützung seitens des Freistaats Bayern zu. 
Sabine Lauxen vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen berichtete aus der Praxis des peb-Projektes in Bielefeld und Mülheim an der Ruhr. An beiden Standorten werden die Impulse des peb-Projektes derzeit auf eigene Initiative verstetigt und weiterverbreitet. 

Im Anschluss an die Eröffnungsbeiträge gab die mit der Projektsteuerung beauftrage Ruth Hammerbacher einen Überblick über die Ausrichtung und den Verlauf des Projektes „gesunde kitas • starke kinder“. 

Prof. Wolfgang Tietze von der Freien Universität Berlin zeigte mit seinem Bericht zu den Ergebnissen der unabhängigen wissenschaftlichen Evaluation zunächst die Alleinstellungsmerkmale des peb-Projektes hinsichtlich der Berücksichtigung von Ernährungs- Bewegungs- und Entspannungsaspekten mit der Verknüpfung von Team- und Organisationsentwicklung sowie dem Elterndialog auf. Zudem sei es sowohl nach der Selbsteinschätzung der pädagogischen Fachkräfte und Erzieherinnen als auch nach der objektiven Fremdeinschätzung durch neutrale externe Begeher gelungen, die Gesundheitsförderung im Alltag der KiTas signifikant zu verbessern. Gewinner dieser Entwicklung seien nach Auskunft der befragten Fachkräfte die Kinder, die Teams und die einzelnen Fachkräfte gewesen. Die Qualitätsunterschiede zwischen den Kontroll- und Projekt-KiTas seien dabei im Urteil der externen Fremdbegeher deutlich stärker ausgeprägt als bei der Selbsteinschätzung. Auch das Ausmaß der erzielten Veränderungen (Effektstärke) sei durchgehend sehr deutlich. Mit einer Rücklaufquote von über 50 Prozent und ca. 90 Prozent positiven Beurteilungen des Projektes durch die beteiligten Eltern, werde deutlich, dass es mit „gesunde kitas • starke kinder“ auch gelungen sei, in den Elternhäusern Impulse zu setzen. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Gesundheitsförderung erfolgreich in den Alltag der KiTas implementiert wurde, sei die fast einhellige Aussage der Beteiligten, dass sie das Projekt weiterempfehlen würden.
In der folgenden Diskussion machte Prof. Tietze deutlich, dass das Konzept derzeit noch nicht uneingeschränkt generalisierbar sei, da der Projekterfolg erhebliches Engagement seitens aller Beteiligten voraussetzte. Seine Empfehlung an peb ist daher, auf der Grundlage der Evaluationsergebnisse das Konzept weiter zu entwickeln und zu verbreiten. Seiner Ansicht nach könnte dabei das Element eines peb-Gütesiegels für KiTas Berücksichtigung finden.

Während der Mittagspause gab das Mülheimer Figurentheater Wodo Puppenspiel für die anwesenden Kinder eine Vorstellung, bei der die Botschaften zum gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung sowie viel Bewegung und Entspannung vermittelt wurden. Das Stück entstand mit Impulsen aus dem peb-Projekt „gesunde kitas • starke kinder“ am Pilotstandort Mülheim an der Ruhr. 

Den Nachmittag eröffnete Prof. Ursula Rabe-Kleberg vom Institut bildung:elementar mit der Moderation der Podiumsdiskussion zu der Frage „Was braucht die gesunde KiTa, wie lassen sich die Erfolge sichern?“ An der Diskussion beteiligten sich:

 

  • Regina Gardian: Lydia Kinderhaus (Bielefeld)
  • Marfa John: Landeshauptstadt München
  • Thomas Kliche: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Reinhard Sliwka: Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung e.V. (Osnabrück)
  • Mirjam Prüver: städtische Kinderkrippe Westendstraße (München)

 

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion stimmten überein, dass der Ansatz des Projektes mit Coachings und Prozessbegleitung als erfolgreich und nachhaltig eingeschätzt werde. Nun müssten alle Beteiligten ihre Verantwortung wahrnehmen, die Projektergebnisse nachhaltig zu verankern, weiterzuentwickeln und weitere KiTas einzubeziehen.

Mit ihrem abschließenden Festvortrag „Ein gesunder Lebensstil – Basis für Bildung und Entwicklung der Kinder“ plädierte Prof. Dr. Renate Zimmer von der Universität Osnabrück für einen besseren Blick der Erwachsenen auf die Bewegungs- und Gesundheitsbedürfnisse der Kinder. Oftmals seien Erziehende zu sehr auf eine scheinbare Sicherheit ihrer Kinder fixiert. In der Folge würden die Bewegungsräume der Kinder zu stark eingegrenzt, so dass die Entwicklung kognitiver und körperlicher Fähigkeiten in Mitleidenschaft gezogen werde.

Dr. Andrea Lambeck griff zum Abschluss des Tages die Impulse auf und kündigte an, dass peb sich in jedem Fall weiter im Handlungsfeld engagieren und in den kommenden Monaten das Pilotprojekt „gesunde kitas • starke kinder“ auf der Grundlage der wissenschaftlichen Evaluation auswerten und weiterentwickeln werde. Alle Beteiligten hätten den Erfolg der Pilotphase erst ermöglicht und sollten daher in diesen Prozess weiterhin eingebunden werden. 


Andrea Pahne, BMELV
Susanne Langguth, BLL
Ministerialrat Josef Huber, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Sabine Lauxen, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW
Podiumsdikussion
Prof. Dr. Renate Zimmer, Universität Osnabrück
Dr. Andrea Lambeck, peb-Geschäftsführerin
Ruth Hammerbacher, Projektsteuerung


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