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Best-Practice-Modelle weisen den Weg

Kernelement des Syposiums „Bewegungs(t)räume“ war die Präsentation und Diskussion von Best-Practice-Modellen, die neue Wege zu Schaffung und Nutzung von Bewegungsräumen aufzeigen.
Die folgenden Planungsansätze und Modellprojekte stellten ihre individuellen Vorgehensweisen und Initiativen vor:
Planungsinstrument „Spielleitplanung“ – erläutert von Peter Apel | Dipl.-Ing. Raumplaner, Dortmund
Die Raumplanung leistet einen zentralen Beitrag zur Schaffung einer kinder- und familienfreundlichen Stadt. Die Spielleitplanung ist hierbei ein wirkungsvolles Instrument, welches es ermöglicht, die Belange von Kindern und Jugendlichen gleichrangig mit anderen Fachplanungen zu berücksichtigen. Ebenso erweitert dieses Instrument das Blickfeld, da die gesamte Stadt als Spiel-, Erlebnis – und Erfahrungsraum betrachtet wird.
Das Verfahren der Spielleitplanung wurde im Rahmen des Aktionsprogramms „Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz“ entwickelt.
„Ansätze integrativer Stadtplanung“ – Ausführungen zu neuen Planungsansätzen von Holger Hofmann | Deutsches Kinderhilfswerk
Um die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen im urbanen Raum zu berücksichtigen, gilt es Planung und Planungsprozesse integrativ zu gestalten. Gute Beispiele zeigen vielerorts, dass es möglich ist, Kinderbedürfnisse und die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen an öffentliche Räume miteinander zu verbinden.
Bremen Gemeinschaftsaktion „Spielräume schaffen“ – präsentiert von Tamara Duffner-Hüls | Jugendamt Bremen und Erika Brodbeck | SpielLandschaftStadt e. V.
Das übergeordnete Ziel der Gemeinschaftsaktion ist die bespielbare Stadt. In diesem Sinne setzt sie sich für die Entwicklung und Vernetzung zahlreicher, auch ungewöhnlicher, Spielorte ein.
Da in einer Großstadt wie Bremen der Spielraumbedarf durch öffentliche Spielplätze alleine nicht zu decken ist, wurde Anfang der 90er Jahre die Spielraumförderung der Stadtgemeinde Bremen grundlegend verändert. Durch die Aktivierung vieler Beteiligter und das Selbsthilfepotenzial engagierter Eltern gelang es, das Spielraumangebot zu erweitern und über das herkömmliche Verständnis von Spielplätzen hinaus zu gehen. Die Gemeinschaftsaktion berücksichtigt in ihrem Konzept auch Mehrfach- und Zwischennutzungen, ungewöhnliche Spielorte sowie Schulhöfe und Kindergärten, die ihr Gelände nachmittags und am Wochenende öffnen.
Es ist gelungen, die Gemeinschaftsaktion „SpielRäume schaffen“ zu verstetigen. Die professionelle kontinuierliche Begleitung des bürgerschaftlichen Engagements wird durch den Verein SpielLandschaftStadt e.V. geleistet.
Sportgarten Bremen – präsentiert von Hans-Ulrich Barde | Sportgarten e. V.
Mit dem Sportgarten Bremen wird die soziale Interaktion zwischen Kindern und Jugendlichen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und Status – gefördert. Neben Aspekten der Gesundheitsförderung ist die Förderung von gegenseitigem Respekt und Zivilcourage das pädagogische Ziel aller Aktivitäten. Dazu wird im Sportgarten eine neue Form der Jugendarbeit praktiziert, bei der Kindern und Jugendliche Zugänge geboten und aufgezeigt werden, statt sie zu betreuen.
Auf 11.000 Quadratmetern bietet der zentral gelegene Sportgarten Bremen Sportanlagen für Fußball, Hockey, Basketball und Volleyball an. Hinzu kommen Kletterfelsen, Skateboardrampen und Freiflächen zum Entspannen. Den Nutzern steht eine pädagogische Fachkraft zur Seite, die u. a. bei der Organisation von Konzerten, Turnieren und Reisen unterstützt.
Der Impuls für das Modellprojekt wurde im Rahmen der Bürgerbeteiligung durch die Kinder und Jugendlichen selbst gesetzt.
Konzept „Naturerfahrungsräume“ – präsentiert von Dr. Hans-Joachim Schemel | Büro für Umweltforschung, Stadt- und Regionalentwicklung
Mit der Bereitstellung von Naturerfahrungsräumen wird das Ziel verfolgt, Kindern und Jugendlichen eine Alternative zu herkömmlichen Freizeitaktivitäten zu bieten. Phantasie, Kreativität und Entdeckungsdrang werden gestärkt. Die Kinder und Jugendlichen entwickeln höhere Aufmerksamkeit im Umgang mit "natürlichen Risiken", ein verbessertes Körperbewusstsein sowie Freude an "wilder" Natur.
Ein städtischer Naturerfahrungsraum ist eine naturbelassene ein bis zwei Hektar große Fläche im Wohnumfeld, auf der Kinder und Jugendliche frei, d.h. ohne pädagogische Betreuung und ohne Geräte spielen. Kinder und Jugendliche erleben hier ungestört und eigenständig die Dynamik natürlicher Prozesse. Darin unterscheidet sich diese Flächenkategorie von pädagogisch betreuten Abenteuerspielplätzen und von mit Verboten belegten Naturschutzflächen.
Das Konzept wurde durch ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz erarbeitet und im Rahmen eines zweijährigen Projekts in München und drei weiteren Städten erfolgreich erprobt.
JahnPark Bad Hersfeld – präsentiert von Horst Delp | Landessportbund Hessen und Dr. Stefan Eckel | Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung
Ziel des Projektes JahnPark ist es, das bestehende Bewegungsangebot sinnvoll zu ergänzen und Sportstätten für den Freizeit- und Gesundheitssport zu öffnen und eine multifunktionale Nutzung zu ermöglichen.
Das Sport- und Freizeitgelände bietet unterschiedliche Möglichkeiten für Bewegung und Sport. Neben einer klassischen Sportanlage umfasst das Angebot u. a. Spielareale für Kleinkinder, einen Kletterpark und eine Minigolfanlage. Das Gelände ist so gestaltet, dass Jung und Alt ihre Aktivitäten nebeneinander ungestört ausüben können.
Mit der Planung des JahnParks wurde eine interdisziplinäre Projektgruppe aus Vertretern von Politik, Verwaltung, Sportvereinen, Jugend, Schulen und weiteren Interessierten betraut. Im Rahmen des kooperativen Planungsprozesses wurde eine integrative Begegnungsstätte für Sport und Freizeit entwickelt.
Funsporthalle Göttingen – präsentiert von Andre Pfitzner | Landessportbund Niedersachsen
Das Projekt in Göttingen hat sich es zum Ziel gesetzt, neben der sozialen Integration von Neubürgern und der Attraktivitätssteigerung des Wohnumfeldes Sport und Bewegung für Alle zu fördern.
Die Funsporthalle stellt für die Kinder, Jugendlichen und Bewohner des angrenzenden Quartiers einen attraktiven Anlaufpunkt mit vielfältigen Sport- und Bewegungsangeboten dar. Darüber hinaus bietet sie Räumlichkeiten und Ausstattung für Konzerte und Theater. So dient sie als Begegnungsstätte für Jung und Alt. Alle Aktivitäten werden sozialpädagogisch begleitet. Mit ihren Angeboten ist die Funsporthalle ein elementarer Bestandteil der städtischen Quartiersförderung geworden.
Träger des Projektes sind die Sportvereine SC Hainberg 1980 e.V. und ASC Göttingen von 1946 e.V.

